Evaluationskriterien („evaluation criteria“) beziehen sich auf das Konzept, die Durchführung sowie die Ergebnisse einer Maßnahme bzw. eines Evaluationsobjektes und können ganz unterschiedliche Bewertungsaspekte ansprechen (z. B. ökonomische, ökologische, psychologische, soziale, ethische Kriterien). Die Festlegung der relevanten Kriterien erfolgt anhand der Zielsetzungen derMaßnahme, der Vorgaben der Auftraggebenden, der Erwartungen weiterer relevanter Stakeholder, anhand allgemein konsensfähiger Qualitätsstandards, auf der Basis von Hinweisen aus der Fachliteratur und Fachcommunity und/oder aus der Praxis. Ergänzend zur zielorientierten Evaluation anhand vordefinierter Erfolgskriterien, die sich aus den offiziellen Programmzielen ableiten („goal-based evaluation“), ist es oft sinnvoll, auch für nicht-intendierte Wirkungen einer Maßnahme offen zu sein und diese möglichst umfassend zu erheben. Hierzu eignen sich qualitative Methoden besonders gut. Die nicht-intendierten Effekte werden dann nachträglich anhand unterschiedlicher Kriterien bewertet. Bei der spezifischen Methode der zielfreien Evaluation („goal-free evaluation“) werden die offiziellen Maßnahmenziele den Evaluierenden gar nicht mitgeteilt, um so die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass sie auch nicht-intendierte Wirkungen aufdecken. Alternativ kann auch so vorgegangen werden, dass die Evaluierenden sich bewusst von den ihnen mitgeteilten offiziellen Maßnahmenzielen lösen und andere Wirkungen und Effekte erkunden. Von besonders großer praktischer Bedeutung ist die zielorientierte Evaluation der Ergebnisse einerMaßnahme im Hinblick auf ihre Effektivität (Wirksamkeit, Ausmaß der Zielerreichung) sowie ihre Effizienz (Kosten für die Zielerreichung bzw. Kosten-Nutzen-Bilanz).