Die Teststärke („power“) hat das Symbol 1 - Beta und ist definiert als die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Signifikanztest einen in der Population vorhandenen „wahren“ Effekt bestimmter Größe durch ein statistisch signifikantes Ergebnis tatsächlich aufdeckt. Bei hoher Teststärke weist ein Signifikanztest eine hohe Sensitivität auf, kann also auch kleine Populationseffekte mit großer Sicherheit aufdecken. Konventionell wird in Anlehnung an Cohen (1988) eine Teststärke von mindestens 80 % gefordert. Das heißt umgekehrt, es wird eine Beta-Fehlerwahrscheinlichkeit (Wahrscheinlichkeit, die H0 fälschlich anzunehmen bzw. die H1 fälschlich zu verwerfen) von maximal 20 % akzeptiert. Man beachte, dass die Konventionen für das Alpha-Fehler-Niveau (.05), das Beta-Fehler-Niveau (.20) sowie die Teststärke (.80) nicht mechanisch anzuwenden, sondern inhaltlich begründet festzulegen sind. Wenn also z. B. inhaltlich ein Alpha-Fehler nicht 4-mal gravierender ist als ein “-Fehler, sollten Alpha- und Beta-Fehler-Niveau entsprechend ausgewogen festgelegt werden (Abschn. 12.5.1).